Märchenhafte Deko zum Maskenball
29. Januar 2009 | 04:50 Uhr | Von mki
Für ihren Maskenball dekorieren die Mitglieder der "Junge-Leute-Gilde" derzeit die "Alte Eule". Unter dem Motto "Märchenwald" werden dort mehr als 300 Leute zu dem Ereignis erwartet.
"Märchenwald" - so lautet das Motto des diesjährigen Maskenballs der "Junge-Leute-Gilde" Kappeln am 7. Februar. Traditionell am ersten Sonnabend im Februar feiert die Gilde im großen Stil. Erstmals wird dabei die reaktivierte "Alte Eule" Schauplatz der Feier sein.
"Das Motto haben wir bewusst passend zum Ort gewählt", so Nicklas Itzke vom Festausschuss. Seine Mutter bewirtschaftet das Veranstaltungszentrum im Hüholz. Zur Zeit dekorieren die Gildebrüder die 250 Quadratmeter großen Räumlichkeiten passend zum Motto. "Im Gegensatz zu den letzten Jahren haben wir endlich wieder eine längere Vorbereitungszeit für die Dekoration des Saales", freut sich Itzke. "Das gemeinsame Basteln und Schmücken ist schon lange Teil des Gildelebens und war etwa in der Koslowski-Halle nicht möglich." Zur Ausstattung gehören selbst gebaute Märchenfiguren aus Holz, die Räume des historischen Gebäudes werden wie ein verwunschener Wald gestaltet: "Wir werden dafür 500 Meter Kreppbahnen verwenden, dazu kommen Girlanden und Tarnnetze."
Die Gilde hofft auf eine ähnliche Resonanz wie bei der "Eule Revival Party" am 26. Dezember, als mehr als 500 Menschen kamen: "350 Gäste wären schön, wenn man bedenkt, dass der Maskenball ja etwas spezieller ist", sagt Itzke. Denn es herrscht Kostümpflicht: "Zumindest Abendgarderobe mit einer Maske sollte es sein", so Itzke. Besser ist natürlich eine richtige Verkleidung. Musikalisch wird ein "gesundes Mittelmaß" geboten werden: "Natürlich soll auf einem Ball getanzt werden, aber auch Modernes wird auf den Plattenteller kommen", kündigt der Gildebruder an.
Die "Junge- Leute-Gilde" oder "Türkengilde" beruft sich auf eine Tradition seit 1667. Damals musste ein Gutsherr aus Kappeln aus türkischer Gefangenschaft gelöst werden, wozu zum Einen Geld nötig war - die sogenannte Türkensteuer -, zum Anderen junge Männer, die dieses Lösegeld über- und den Gefangenen zurück nach Kappeln brachten. Die Auswahlkriterien dieser Männer spiegeln sich in der Satzung der Gilde wider: Als Gildebruder wird aufgenommen, wer unbescholten und unverheiratet ist und das 18. Lebensjahr erreicht hat. "Vorausgesetzt er wurde in Kappeln oder einer der umliegenden Gemeinden geboren oder ist seit mindestens 15 Jahren in Kappeln beziehungsweise den umliegenden Gemeinden wohnhaft", heißt es in der Gildesatzung.
Die Gilde hat sich zur Aufgabe gemacht, "die alten Sitten und Gebräuche, die teils in den alten Gildeprotokollen von 1722, 1802 und 1965, teils durch mündliche, Überlieferungen erhalten sind, zu pflegen und den kommenden Generationen zu überliefern." Dazu soll die Geselligkeit gefördert werden, Zucht und Ordnung gehalten sowie Hilfe in der Not geleistet werden. Zu den Höhepunkten im Gildejahr zählen die Jahresversammlung am 27. Dezember - ein Pflichttermin - und der Maskenball, also die Veranstaltung am ersten Februar-Sonnabend.
Einlass am 7. Februar ist ab 21 Uhr für Gäste ab 18 Jahren. Karten gibt es im Vorverkauf für acht Euro bei Foto Guth, Eddy Raav und im "Cameo". An der Abendkasse werden die Karten für zehn Euro verkauft.
Die "Junge-Leute-Gilde", auch "Türkengilde" genannt, feiert am 7. Februar ihren Maskenball. Erster Ältermann Hauke Daniel (links) und Philipp Föh präsentieren das Einladungsplakat.
Bo Teichmann bereitet die Deko vom Maskenball vor.