"Türkenmaskerade" in der Alten Eule

Magische Momente und zauberhafte Stimmung

Kappeln (sw) - Märchenhaft wird es am 7. Februar in der "Alten Eule", denn in diesem Jahr richtet die "Junge-Leute-Gilde zu Kappeln" ihre traditionelle "Türkenmaskerade" passend zum Motto "Märchenwald" im Kappelner Hüholzwald aus. Ab 21 Uhr geht es los, Karten gibt es im Vorverkauf für acht Euro bei Foto Guth, im Cameo und in der Tabakbörse von Eddy Raav. Die Faschingsparty verspricht ein großer Erfolg zu werden, deshalb sollte sich jeder, der mit feiern möchte, rechtzeitig eine Karte besorgen. 300 Karten wurden in den Vorverkauf gegeben, es wird aber auch eine kleinere Anzahl von Karten an der Abendkasse, für zehn Euro, bereit liegen.

Bei der Türkenmaskerade gibt es, wie in vielen der Jahre zuvor, Kostümzwang, das heißt, dass jeder Besucher sich verkleiden muss, um rein zu kommen. Das diesjährige Motto lässt zahlreiche witzige Verkleidungsmöglichkeiten zu und erfahrungsgemäß sind die Gäste sehr erfinderisch und originell, was ihr Outfit angeht. Wer keine zündende Idee hat, als was er zu der berühmten Faschingsfete gehen soll, kann auch in Abendgarderobe mit venezianischer Maske erscheinen. Jeder ab einem Alter von 18 Jahren ist herzlich willkommen.

Der erste Ältermann der Junge-Leute-Gilde zu Kappeln, Hauke Daniel, freut sich gemeinsam mit seinen Gildebrüdern, auf ein schönes Fest bis in die Morgenstunden, denn mit der Alten Eule hat man einen Veranstaltungsort gefunden, an dem es möglich ist, ohne Anwohner zu stören, fröhlich und lange zu feiern. Wie lange die Party geht, entscheiden also die Gäste.

Bereits seit einigen Wochen sind die Mitglieder der Junge-Leute-Gilde mit dem Schmücken der Räumlichkeiten beschäftigt und dekorieren diese mit Eifer, Herzblut, Schweiß und Spaß. Märchengestalten, wie Peter Pan, der Froschkönig oder eine schaurige Hexe, wurden auf Plakate gemalt und auf kreative Weise im Raum platziert. Geplant ist außerdem, den Eingangsbereich vom kleinen Saal durch eine Art schwarzen Schlauch abzutrennen und so die Besucher direkt in den großen Saal zu leiten. Dort wird es nicht nur eine Getränkebar geben, sondern auch der DJ seinen Platz finden. Mit Musik aus den letzten Jahrzehnten und heutigen Chartstürmern wird dieser für gute Stimmung sorgen, so dass jeder die Gelegenheit bekommt das Tanzbein zu Schwingen.

Als Rückzugsraum dient hingegen der kleine Saal, hier wird mit einer Sektbar, aufgestellten Strandkörben und gedimmtem Licht, Kuschel-Atmosphäre erzeugt werden. Neben erfrischenden Getränken wird es außerdem kleine Snacks für das leibliche Wohl geben. Einen Rückzugsraum zu schaffen ist eine kleine Tradition, die Hauke Daniel und seine Gildebrüder gerne beibehalten. Genauso, wie die Junge-Leute-Gilde selbst Tradition ist, denn die Vereinigung wird mittlerweile stolze 342 Jahre alt.

Ein kurzer Blick zurück: In der Mitte des 17 Jahrhunderts wurde Patronatsherr Detlef von Rumor als Offizier an das Mittelmeer geschickt, um dort im Krieg gegen die Türken zu kämpfen. Er wurde von den Türken gefangen genommen, diese glaubten von den Adeligen von Rumors aus Kappeln Geld erpressen zu können - und hatten Recht. Nachdem das geforderte Geld zusammen getragen war, wurden zwei 18-Jährige aus Kappeln los geschickt, um das Lösegeld zu übergeben und Detlef von Rumor wieder nach Hause zu bringen. Es wurden extra zwei junge Männer ausgewählt, die im Todesfall keine Frau und Kinder hinterlassen. Die zwei kehrten mit dem Entführten in die Heimat zurück. Dort wurde vor lauter Freude ein riesiges Fest veranstaltet und daraufhin eine Gilde aus jungen Männern gegründet, die im Ernstfall wieder zum Einsatz kommen sollte. Eintreten durfte, wer mindestens 18 Jahre alt, unverheiratet, unbescholten, das heißt so viel wie nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten, und in Kappeln geboren war. Diese Aufnahmekriterien gelten heute immer noch, mit der Ausnahme, dass man nicht mehr in Kappeln geboren sein muss, sondern in der Stadt oder einer angrenzenden Gemeinde wohnen sollte. Zwei Dinge sind den derzeit 20 aktiven und unzähligen passiven Mitgliedern über die Jahre hinweg auf jeden Fall nicht abhanden gekommen: Die Kameradschaftlichkeit - denn hier kann sich jeder auf den anderen verlassen - und der Spaß am Feiern. Von Letzterem kann sich jeder am 7. Februar, gemeinsam mit vielen Königen, Prinzessinnen, Hexen und anderen Märchengestalten überzeugen. Die Gildemitglieder freuen sich auf zahlreiche begeisterte Gäste und ein schönes Fest.















Der 1. Ältermann der Junge-Leute-Gilde zu Kappeln, Hauke Daniel (links), und Gildebruder Philipp Föh vor einem Plakat mit dem Gilde-Maskottchen "Garibaldi" und dem aktuellen Werbeplakat für die diesjährige Türkenmaskerade.















Die Vorbereitungen für die diesjährige Türkenmaskerade laufen auf Hochtouren – hier bekommen Hänsel und Gretel von Gildemitglied Sascha Gering einen neuen Anstrich.











Egal welches Motto ansteht: Bombenstimmung ist in jedem Jahr das Erfolgsrezept der Türkenmaskerade.














Passend zum diesjährigen Motto "Märchenwald" haben sich die Gildebrüder zauberhafte Dekorationen einfallen lassen, hier malt Jens Hageböcker eine Hexe auf ein Plakat.




















Fotos/Repros: S. Weide