Novum bei der "Türkengilde"

Hauke Daniel steht nach einem Jahr wieder an der Spitze der Kappelner "Türkengilde". Ein Novum in der Geschichte der Vereinigung: Noch nie wurde ein Ex-Ältermann nach einer Pause erneut in sein Amt gewählt.

Premiere bei der "Türkengilde": Ex-Ältermann erneut ins Amt gewählt















Die neue Führungsspitze der "Türkengilde". erster Ältermann Hauke Daniel (rechts) und zweiter Ältermann Claudius Callsen. Foto: Barz

Kappelns "Türkengilde" ist wieder aktiv. Äußeres Zeichen dafür ist bei dieser 1667 gegründeten Junge-Leute-Gilde Kappeln das morgendliche Türkentrecken und die abendliche Gildeversammlung im Gildelokal "ASC-Restaurant", am ersten Tag nach Weihnachten. Bei der Gildeversammlung werden die Aktivitäten des neuen Jahres beschlossen und notwendige Wahlen abgewickelt.

In diesem Jahr stand erneut ein Führungswechsel an. Denn der 2007 gewählte erste Ältermann Falko Kneten hatte bereits bei seiner Wahl erklärt, dass er den Posten nur für ein Jahr übernehmen wolle. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung einstimmig Hauke Daniel - Knetens Vorgänger in diesem Amt. Damit hat die "Türkengilde" erstmals in der gesamten Zeit ihres Bestehens, einen Ex-Ältermann erneut zum ersten Ältermann gemacht.

Hauke Daniel war vor seinem Rücktritt im vergangenen Jahr zehn Jahre lang erster Ältermann der Junge-Leute-Gilde zu Kappeln gewesen. Er will dieses Amt im zweiten Anlauf allerdings nur maximal zwei Jahre lang ausüben. Zu seinem Ziel erklärte er, jüngere Leute in die Gildeleitung holen zu wollen. Ebenfalls neu in den Gildevorstand kam Schatzmeister Jan Becker. Er löste Lars Burger ab, der aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierte.

Der Tag des Türkentreckens begann traditionell. Die Mitglieder der Junge-Leute-Gilde Kappeln trafen sich am Morgen nach Weihnachten im Kappelner Nordhafen. Mit dem Fischkutter "Pollux" von Gildebruder Peter Jöhnk konnten sie diesmal nicht das Gildelokal erreichen - Jöhnk war selber auf See unterwegs. Den Gildebrüdern blieb nichts anderes übrig, als sich zu Fuß auf den Weg zu machen. Am Restaurant angekommen, zogen die Männer das hölzerne Gildemaskottchen "Garibaldi" am Mast empor und sangen dazu ihr Gildelied. Anschließend gab es einen gemeinsamen Marsch durch die Stadt.

Zur abendlichen Jahresversammlung begrüßte Ältermann Falko Kneten 13 aktive und elf passive Mitglieder. Pünktlich öffneten die Anwesenden die Gildeladen und entnahmen ihnen ihre Gildeklöppel. Die waren wichtig für das Verhängen von Strafen - und die gab es reichlich: Für Dazwischenreden, falsches Singen oder ungebührliches Verhalten lagen die Strafen zwischen einem und zehn Euro. Wer sein Bier zu früh antrank, musste gar mit einer Lokalrunde rechnen. Strafgeld eintreiber Ulf Callsen hatte viel zu tun. Die "Alttürken" wurden dabei nicht verschont. Sie provozierten ihre Strafen ganz bewusst - schließlich sollte das Geld ja einem bestimmten Zweck zugutekommen: Es dient der Aufbesserung der Kassenlage der Gilde.

In seinem Jahresbericht zeigte sich Falko Kneten zufrieden. Den Maskenball in der Koslowski-Halle verbuchte er als vollen Erfolg. Beim Umzug aus Anlass des 650. Geburtstags der Stadt Kappeln war die Gilde ebenfalls beteiligt. Knetens einziger Kritikpunkt: die aus seiner Sicht geringe Beteiligung bei einer außerordentlichen Gildeversammlung. Neu angeschafft wurde ein Gildebuch für 640 Euro. Es soll die nächsten 300 Jahre halten. Beschlüsse wurden auch gefasst. So legten die Gildebrüder unter anderem den Veranstaltungsort ihres nächsten Maskenballs fest. Er soll 2009 in der "Alten Eule" im Hüholz stattfinden. Vorverkaufsstellen für den Maskenball werden bei Tabakwaren Raav, Schmiedestraße 36, und im Restaurant "Cameo", Am Hafen 5, in Kappeln eingerichtet.

Für eine Premiere sorgte "Alttürke" Harmut Föh. Er demonstrierte zu Beginn der Versammlungspause einen perfekten Kopfstand auf einem Stuhl. Und damit bewies er nicht nur körperliche Fitness sondern auch noch Großzügigkeit: Denn das Geld, das ihm dabei aus den Taschen fiel, spendete er der Gilde.

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