Das Türkenlied
Obwohl dieses Stück noch gar nicht so alt ist, hat es doch einen besonderen Stellenwert. Das Lied wurde am 27. Dezember 1948 uraufgeführt. Es wurde von unseren Gildebrüdern geschrieben und wird auf Plattdeutsch gesungen.
Nachdem der "alte" Türke nun schon mehr als 250 Jahre alt geworden ist hat unser Türkentrecker, Kidde Köster, einen neuen aus Holz geschnitten. Die hierfür angefallenen Kosten durfte die Gilde als Spende annehmen und den Anstrich nahm Peter Laß vor.
Ein feuchtfröhlicher Taufakt gab den Auftakt zu einer musischen Dichtung. Nach der Melodie "Eine Seefahrt, die ist lustig...", haben die Gildebrüder aus einer Laune heraus dieses Lied gedichtet. Die erste Strophe stammt von unserm Gildebruder und Türkentrecker Kidde Köster.
Tauflied des "Garibaldi von Bouillon“
Unse Türk heet Garibaldi,
Garibaldi „von Buljon“.
Döft hett em de Türken-Kröger,
und de Red höl Fidebum.
||: Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a-hi-a-hi-a, hol-la-ho. :||
Stiftet hett em Kidde Köster,
molt hett em uns Peder Laß.
Dat wie nen Tampen bruken wüßt he.
De betolt de Türkenkass.
||: Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a-hi-a-hi-a, hol-la-ho. :||
Unse Fritz und unse Peter,
As Öllerlüd uns wohlbekannt,
plegen gode Kameradschaft
mit de Gilde Hand in Hand.
||: Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a-hi-a-hi-a, hol-la-ho. :||
Und so sall uns Garibaldi ,
bummeln as uns Gildsymbol,
Bet he dann no huderte Jahren
wedder fullt vun boben dool.
||: Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a-hi-a-hi-a, hol-la-ho. :||
Zu der Zeit gab es einen Fischer in Kappeln, dar Garibaldi hieß. Seine O-Beine sahen so ähnlich aus, wie die Beine unseres Holztürken. Daher bekam der Holztürke den Namen Garibaldi. Getauft hat ihn unser Gildekröger mit einer Runde Korn.
Den Beinamen "von Bouillon" wurde zu Ehren unseres gestorbenen Ehrenältermannes, Gottfried Möller, vergeben. Von einem belesenen Gildebruder wurde eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Namen Gottfried von Bouillon (Herzog von Niederlothringen und Eroberer des Heiligen Landes) hergestellt.
Sicher ist aber, dass wir in Anlehnung an den Bouillon-Namen uns nicht rümen dürfen, zu den ersten Tempelrittern gehört zu haben. Unsere Gildegründung in das Jahr 1099 vorzudatieren ist somit nicht möglich.
Hier aber nun der Text des Liedes, wie es heute noch gesungen wird.
Türkenlied
Unse Türk heet Garibaldi,
Garibaldi von Buljon.
Döft heet em de Türken-Kröger,
Pate stünn een Türkenrun!
||: Hol-la-hi, hol-la-ho,
hol-la-hi-a-hi-a-hi-a, hol-la-ho. :||
Vadders har he mehr as eenen,
denn - wie kunn dat anners sin -
He, dat Teken för de Gilde,
Hett wat gegn dat Wort: Is min!
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Doch wat Du denks, is nich richtig.
All sind wie anständige Lüt.
Nur uns Türk hett uns as Vadder,
un man weet, wat dat bedüt!
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Un so sall uns Garibaldi
bummeln as uns Gildsymbol
bet he denn na hunnert Johren
wedder fallt vun boben dal!
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Hier auch zum Hören
Für alle die, die gar nicht den Originaltext des Liedes kennen, möchten wir hier noch eine kleine Hilfestellung geben:
Eine Seefahrt die ist lustig,
Eine Seefahrt, die ist schön,
Denn da kann man fremde Länder
Und noch manches andre sehn.
||: Hol-la-hi, hol-la-ho,
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho. :||
Eine Seefahrt, die ist lustig,
Eine Seefahrt, die ist schön,
Denn da kann man unsre Leute
An der Reling jammern seh'n.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Unser Kapitän, der Dicke,
Kaum drei Käse ist er groß,
auf der Brücke eine Schnauze,
Wie'ne Ankerklüse groß.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
In der Rechten einen Whiskey,
In der Linken einen Köm,
Und die spiegelblanke Glatze,
Das ist unser Kapitän.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
In der einen Hand die Kanne,
In der andern Hand den Twist,
Und dazu die große Schnauze,
Fertig ist der Maschinist.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Und der erste Maschinist,
Ist Chinese, und kein Christ,
und der erste Offizier,
Der trägt Wäsche aus Papier.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Und man hat sich dann gewaschen
Und man denkt, nun bist du rein;
Kommt so'n Bootsmannsmaat der Wache:
"Wasch dich noch einmal du Schwein!"
||: Hollahi, hollaho usw... :||
In des Bunkers tiefsten Gründen,
Zwischen Kohlen ganz versteckt,
Pennt der allerfaulste Stoker,
Bis der Obermaat ihn weckt.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
"Komm mal rauf, mein Herzensjunge,
Komm mal rauf, du altes Schwein,
Nicht mal Kohlen kannst du trimmen
Und ein Heizer willst du sein?"
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Und er haut ihm vor'n Dassel,
Daß er in die Kohlen fällt
Und die heilgen zwölf Apostel
Für 'ne Räuberbande hält.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Und im Heizraum bei einer Hitze
Von fast über fünfzig Grad
Muß der Stoker feste schwitzen
Und im Luftschacht sitzt der Maat.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Und der Koch in der Kombüse,
Diese vollgefressene Sau,
Mit de Beene ins Gemüse,
Mit de Arme im Kakau.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Und der Koch in der Kombüse,
Diese zentnerschwere Sau,
Kocht uns alle Tage Pampe,
Uschi, Uschi mit Wauwau.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Mit der Fleischbank schwer beladen
Schwankt der Seemann über Deck;
Doch das Fleisch ist voller Maden,
Läuft ihm schon von selber weg.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
Und die silberweißen Möwen,
Die erfüllen ihren Zweck
Und sie scheißen, scheißen, scheißen
Auf das frischgewaschne Deck.
||: Hollahi, hollaho usw... :||
In der Heimat angekommen,
Fängt ein neues Leben an,
Eine Frau wird sich genommen,
Kinder bringt der Weihnachtsmann.
||: Hollahi, hollaho usw... :||

Türkentrecker Kidde Köster
Eigentlich Peter, aber so reimte es sich aber besser...
I. Ältermann Fritz Hadenfeld
II. Ältermann Peter Anker
Im Süden Jerusalems erhebt sich der Berg Zion.
Gottfried von Bouillon nahm mit dem Kreuzzug im Jahre 1099 diesen ein und war damit fak- tisch der Herrscher über die darauf stehende Basilika aus dem 4. Jahrhundert.
Leider lebte er nicht mehr sehr lange, so dass schon ein Jahr später (1100) sein Bruder Balduin I. die Herrschaft über- nahm und König von Jerusalem wurde.
Die Musik ist Dank Franz Töschner auch zu hören. Für nähere Informationen siehe bitte in der Rubrik Danke .