Gildelied
Unter unseren Gildeliedern wohl der Klassiker. Das erste Lied, das die Türkenbrüder lernen, denn es hat eine sehr eingängige Melodie und wird von uns aus voller Kehle gesungen.
Neben dem Kappelnlied sicherlich auch eines der älteren Stücke unserer Gildegeschichte.
Frisch auf Ihr Brüder, jetzt ist die Zeit,
die Stunde, die ist da.
Daß wir in lauter Fröhlichkeit
nun rufen laut HURRA.
Und singen dann mit frohem Schall,
und rufen Vivat überall.
||: Verbannt die Sorgen, laßt sie fliehn,
Die Gilde, die muß blühn! :||
Es grünt und blüht die Kompanie,
solang man Kappeln kennt,
in Einigkeit und Harmonie,
sie werden nie getrennt.
Der Störer unseres Friedens sei
von uns stets fern. Es bleibt dabei:
||: Verbannt die Sorgen, laßt sie fliehn,
Die Gilde, die muß blühn! :||
Dieses Lied teilen sich die Männergilde und die Junge-Leute-Gilde zu Kappeln zu gleichen Teilen. Beide Traditionsgilden sind über die Jahrhunderte in Kappeln gewachsen und gehören zum Stadtbild.
Allerdings kennt die Männergilde noch drei weitere Strophen. Diese werden fast nur zu den großen Gilden der Männergilde gesungen. Dieses im 3jährigen Turnus stattfindende Fest ist immer ein festlicher Höhepunkt in Kappeln:
Es sind drei Jahre nun vorbei,
das man von uns nichts sah!
Jetzt aber sind wir froh und frei,
die Lustbarkeit ist da.
Und unsre Schar hat sich vermehrt,
so wie es unser Herz begehrt.
||: Verbannt die Sorgen, laßt sie fliehn,
Die Gilde, die muß blühn! :||
Der König sei uns hochgeehrt
denn ihm gebührt Honneur.
Die Älterleut' sind uns wert,
die ehren wir auch sehr;
Den Fähnrich lobt wohl jeder Mann,
das er seine Fahne stolz tragen kann.
||: Verbannt die Sorgen, laßt sie fliehn,
Die Gilde, die muß blühn! :||
Die Offiziere leben hoch!
Das ist ein stolzes Korps;
Die lieben Damen aber doch,
die gehen allen vor,
ihr Glück es blüh und werd erhöht,
solange unsere Gilde besteht;
||: Verbannt die Sorgen, laßt sie fliehn,
Die Gilde, die muß blühn! :||
Bei uns wurden diese Strophen nur 1938 zur großen Gilde leicht abgewandelt gesungen:
Wohl dreißig Jahr' sind jetzt vorbei,
das man von uns nichts sah;
Nun aber sind wir froh und frei,
die Lustbarkeit ist da.
Die kleine Zahl hat sich vermehrt,
das wars's, was unser Herz begehrt.
||: Verbannt die Sorgen, laßt sie fliehn,
Die Gilde, die muß blühn! :||
Der König sei von uns geehrt
denn ihm gebührt Honneur.
Die Älterleut' sind ehrfurchtswert,
wen haben wir noch mehr?
Dem Fähnrich dankt ein jeder Mann,
das er die Fahn' gut schwenken kann.
||: Verbannt die Sorgen, laßt sie fliehn,
Die Gilde, die muß blühn! :||
Und allen sei der Dank gebracht,
ihr Brüder, stimmet ein,
die Jungfrau, die den Kranz gemacht,
mit uns sich zu erfreu'n,
ihr Glück erblüh' und werd' erhöht,
so lang', wie uns're Gilde besteht.
||: Verbannt die Sorgen, laßt sie fliehn,
Die Gilde, die muß blühn! :||

Aufstellung 1938
große Gilde 1904 dann 1938