Ewer
Der Name stammt vermutlich vom holl. envarer = Einfahrer, was auf eine ursprüngliche Ein-Mann-Besatzung hindeutet. Der Ewer ist ein kleinerer, aus Friesland stammender, Segelschifftyp mit einem oder zwei Masten. Genauer gesagt ein Eineinhalbmaster, bei dem der hintere Mast deutlich kürzer ist als der vordere Mast.
Typische Merkmale sind der flache Boden (Plattbodenschiff) und häufig Seitenschwerter, mit denen die Abdrift verringert wird.
Ein Schiffstyp mit der Bezeichnung Ewer ist seit dem Mittelalter bekannt; eine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1252. Ab etwa 1800 fanden sie vor allem im Gebiet der Elbe Verbreitung und wurden im 19. Jahrhundert zur am häufigsten eingesetzten Schiffsklasse in Deutschland. Sie wurden besonders als Frachtschiffe in der Küsten- und Flussschifffahrt genutzt, teilweise auch als Fischereifahrzeug.
Die Takelage ist üblicherweise eine Gaffeltakelung, ergänzt durch Vorsegel: Fock- und Klüversegel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Ewer häufig zusätzlich mit Motoren ausgerüstet.
Bei unserer großen Gilde 1938 wurde ein Schiff diesen Typs angemietet, um das Verholen des Grafen zu symbolisieren