Croissants

Croissants, östereichisch "Kipferl" oder schweizerdeutsch "Gipfeli" sind ein östereichisches Gebäck aus Plunderteig, das heute haupsächlich mit Frankreich in Verbindung gebracht wird. Nachdem auch schon die Entstehung dieser Spezialität in Vergessenheit geraten ist, wundert es nicht, auch den deutschen Namen schon völlig in Vergessenheit zu wissen. Croissant ist französisch und bedeutet nichts anderes als Halbmond.

Laut Überlieferung, die nicht unumstritten ist, sollen Croissants ursprünglich in Östereich nach der Belagerung Wiens durch die Türken im Jahr 1683 entstanden sein. Weil die Bäcker in der Stadt schon früh auf den Beinen waren, bemerkten sie als Erste, dass die Türken die Stadtmauern untergraben hatten und schlugen Alarm. Diese Geräusche, hörten die Bäcker nur, weil früh am Morgen kein Lärm in den Straßen vorhanden war, die Vögel schliefen noch und nur leise, schabende Geräusche an den Rändern der Stadtmauer waren zu hören.

Durch den Alarm der Bäcker waren die Soldaten aber schnell auf ihren Posten und konnten so die Kriegslist der Türken abwehren. Zur Erinnerung an dieses Ereignis erfanden sie das Croissant, in Anlehnung an das türkische Feldzeichen in Form des Halbmondes.

In Frankreich wurden die Croissants durch die Frau von Ludwig XVI. bekannt. Marie Antoinette, die am 2. November 1755 als Maria Antonia eine Tochter der östereichischen Kaiserin Maria Theresia geboren wurde, führte das "östereichische Hörnchen" bei Hofe ein. Daran erinnert man sich aber weniger, hauptsächlich wurde Marie Antoinette berühmt als Königin von Frankreich. Die am 16. Oktober des Jahres 1793 im Alter von 37 Jahren, durch die französische Revolution, guilliotiniert wurde.

Zur Herstellung dieses Plunderteiggebäcks wird ein Hefeteig, der wie Blätterteig mehrfach ausgerollt und mit eingearbeiteten Schichten aus Butter zusammengefaltet wird, gebraucht. Der Teig gehört zu den Ziehteigen und ist nicht -wie oft falsch beschrieben- mit dem Blätterteig zu verwechseln.

Zur Herstellung wird am Vortag ein Hefeteig aus Mehl, Hefe, Eiern, Butter und Salz hergestellt. Dieser muss über Nacht an einem kühlen Ort ruhen. Anschließend wird er zu einem kleinen Quadrat ausgerollt und mit einem separat ausgerollten, kalten und bemehlten Stück Butter belegt. Nach Art eines Briefumschlags wird das Butterstück mit den Ecken des Teigs bedeckt. Nun wird der Teig zu einem Rechteck von dreifacher Länge ausgerollt und von beiden Enden her wieder zu einem Quadrat gefaltet. Diese sogenannten Touren werden dreimal wiederholt, bis schließlich aus ausgeschnittenen Teigdreiecken Hörnchen geformt und gebacken werden können.