Die "großen Gilde" in unserer Geschichte
Wie man noch an folgenden Stellen lesen kann, ist die Feier der großen Gilde nicht einfach. Sie ist mit großen Kosten verbunden und erfordert ein sehr großes Engagement aller Beteiligten.
Verschiedene Tänze müssen einstudiert werden und Singstücke wollen geprobt sein. Nach unserer letzten großen Gilde im Jahre 1938 sollte daher für lange Zeit die Feier der großen Gilde keine Belebung finden.
Bis, ja bis wir es dann doch endlich geschafft haben. Viele Jahre haben wir recher- chiert und alte Kappler-Originale befragt. Wir haben im Gildebuch gesucht und alte Rechnungen genauestens untersucht. Schließlich stand auf der Jahreshauptver- sammlung 1998 erstmals die Vorstellung der großen Gilde auf der Tagesordnung. Von da an gab es kein halten. Durch die gewissenhafte Vorarbeit verschiedener Gildebrüder, ein besonderer Dank hierbei an unseren ehemaligen I. Ältermann K.-H. Daniel, waren die "schlimmsten" Vorarbeiten geleistet.
Nun konnte begonnen werden, Kostüme zu schneidern und Tänze zu studieren. Bei den Kostümen müssen wir Rilana Hageböcker, die Frau unseres Gildebruders Jens, den wohl größten Dank aussprechen. In langen Nächten hat sie sich für die Gilde an ihre Nähmaschine gesetzt und unermüdlich geschuftet.
Einen Kompromiss mußten wir aber trotzdem eingehen. Die Feiern, die unsere Vor- fahren vollzogen haben sind heutzutage nicht mehr möglich. Damals war es üblich bei den besonders angesehenen Bürgern einzukehren und sich bewirten zu lassen. Wer kann heute schon einen kompletten Zug mit 50 Leuten bewirten? Und davon sollten wir mehrere in Kappeln finden?
Wir haben schließlich beschlossen ein großes Frühstück auf dem Rathausplatz ein- zunehmen. Die Bewirtung wurde vom Hotel Aurora übernommen. Der Aufschnitt wurde von der Schlachterei Hansen gespendet und die Brötchen von der Bäckerei Bengelstorf. Somit haben wir doch noch von unseren Mitbürgern profitiert.
Alles in allem haben wir drei Tage gefeiert. Ein Stadtfest, wie noch 1904, länger als eine Woche ist heutzutage nicht mehr möglich. Schon 1938 wurde das Fest um ein paar Tage reduziert und wurde auf 5 Tage angesetzt.
In diesen 3 Tagen haben wir aber alles reingepackt, was zur großen Gilde gehört. Wir haben lediglich die Pausenzeiten verkürzt und die verschiedenen Essen und Aufführungen haben wir auf die zentralen Plätze in Kappeln verlegt. Auch die Vor- führungen haben wir dadurch gerafft, denn wir haben die Tänze nicht in den Bür- gerhäusern dargeboten sondern auf dem damaligen Terrassenplatz, dieser heißt heute Deekelsen-Platz.
Die großen Gilden unser Geschichte waren:
Im 18. Jahrhundert
1722, 1724, 1727, 1729, 1730, 1732, 1734, 1735, 1737, 1740, 1742, 1745, 1748, 1751, 1753, 1755, 1757, 1759, 1761, 1762, 1764, 1767, 1768, 1771, 1773, 1775, 1778, 1780, 1783, 1791, 1792, 1793, 1799
Im 19. Jahrhundert
1803, 1820, 1822, 1825, 1830, 1835, 1839, 1844, 1857, 1866, 1875, 1883
Im 20. Jahrhundert
1904 und 1938
Im 21. Jahrhundert
2000 gleichzeitig 333 Jahre Gilde