Unsere "große Gilde 2000"

An dieser Stelle möchte ich die Rede unseres Pastors veröffendlichen. Leider wurde sie von einigen Kapplern falsch verstanden. Unser Wunsch war nicht alte vorhandene Geschichten neuverpackt zu hören, sondern wir baten Herrn Pastor Müller sich Gedanken zur Jungen-Leute-Gilde zu machen.

Unserem Wunsch entsprechend hat er gehandelt und nicht nur Lob, sondern auch (gut gemeinte) Kritik geäußert. Dinge hinterfragt und nicht nur von Vorrednern kopiert. Hierfür an dieser Stelle nochmal ein Dankeschön.

Vortrag in der St. Nikolai-Kirche zu Kappeln am 18. August 2000

333. Jahres-Jubiläum Junge-Leute-Gilde zu Kappeln

Sehr geehrte Älterleute, liebe aktiven und passiven Gildebrüder,
verehrte Gäste der Jubiläums-Gilde!

Es ist wohl angebracht, den Festvortrag in unserer St. Nikolai-Kirche mit einem Bibelzitat zu beginnen. Der Evangelist Lukas schreibt am Anfang seines Evange- liums: „Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den Geschich- ten, die geschehen sind. So habe auch ich es für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe.“ Auch ich habe versucht, für diesen Vortrag alles sorgfältig zu erkunden. Meinen Darlegungen gebe ich das Thema:

Die Junge-Leute-Gilde zu Kappeln:
Vom Anlass ihrer Entstehung und von ihrem Weg

I. Allgemeines
1. Vom Wesen einer Gilde
2. Türkensteuern und Kollekten

II. Aus der Situation in Kappeln im 17. Jh.
1. Die türkische Gefangenschaft des Detlef von Rumohr - ein Mythos?
2. Die türkische Gefangenschaft des Detlef von Rumohr - Wirklichkeit?
3. Die Entwicklung zum Mythos

III. Die Entstehungszeit der Junge-Leute-Gilde
1. Was besagt der Mythos
2. Die zeitliche Einordnung der Gilde-Gründung
3. Exkurs - Gildejubiläum
4. Die Gilde-Ziele - kritisch gesehen
5. Ausblick

Nach der Überlieferung, auf die auch in der Einladung zu dieser „Großen Gilde“ Bezug genommen wird, gründet sich der Ursprung der Junge-Leute-Gilde auf ein Ereignis, das in der Literatur und der Presse zuweilen als „Mythos“ bezeichnet wurde. Ich will diesen Begriff aufnehmen, weil viele Sitten und Gebräuche der Völker Mythen zum Ursprung haben. Bei meiner Arbeit an dem gestellten Thema bin ich schwerpunktmäßig der Frage nachgegangen, ob denn der Ursprung der Gilde in einem Mythos oder in einem historisch gesicherten Ereignis begründet ist. Ich habe mir dann Gedanken gemacht, was das für die Gilde heute bedeuten kann.

I. Allgemeines

-Im ersten Teil sage ich einiges über das Wesen der Gilde und die sog. Türkensteuer.

1. Vom Wesen einer Gilde

Der altnordische Begriff „Gilde“ bezeichnet ursprünglich so etwas wie „Opferge- lage“. Als die alten Sippenordnungen verfielen, bildeten sich die Gilden. Ihre Anfänge sind bis ins 11. Jh. zurück zu verfolgen. (Brockhaus-Enzykl.Bd. 7/69-“Gilde“). In unserem Land förderte Herzog Knud Laward (er starb 1131) besonders die Standesgenossenschaften der Kaufleute. Deren verbindliches Gildewesen mit eigenen Lebensformen und Rechtsvorstellungen übertrug sich auf das Handwerk, das im Spätmittelalter mit seinen Gilden, Innungen und Zünften eine Blütezeit der verschiedenen Berufsverbände erlebte. (Brandt aaO S. 105f)

Im 14. Jh. bildeten sich „Geistliche Gilden“ (z.B. die Kalande), die zusammenkamen „zum Zwecke gemeinsamer Andacht, gegenseitiger Hilfe in Not, Unterstützung von Kranken und Bedürftigen sowie geselliger Zusammenkünfte“. (Brandt aaO S. 100). Auf diesem Hintergrund ist die Bildung von Gilden auch hier bei uns zu sehen. Oberstes Ziel war gemeinsamer Schutz und gegenseitige Hilfe. Heinrich Kock schreibt 1923 (SB 7.12.23): Wann die erste Gilde in Kappeln entstanden ist, werden wir wohl nie erfahren. Anzunehmen ist es, dass die Einwohner sich im Interesse gemeinsamer Angelegenheiten schon frühzeitig zu einer Schutzgemein- schaft zusammengeschlossen haben“. Es bildeten sich als Schutzbündnisse Brand- und Totengilden, Schiffergilden und andere. (Nagel, SB 18.2.38).

Gefördert wurden diese Gilden häufig von den Fürsten oder Gutsherren, die ihre formelle Zustimmung zu den Gildeordnungen durch die sog. „Confirmation“ d.h. Bestätigung, gaben (Kock, ebd.). Damit war eine Festlegung der Gilde auf bestimmte, von den Oberen verlangte Ordnungen und Aufgaben gegeben. Die Gilden wurden zu Institutionen, die diese Ordnungen, Sitte und Brauchtum pflegten (Brandt aaO) und überlieferten.

2. Die Türkensteuern und -kollekten

Mit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahre 1453 begann im Mittelmeer ein grausamer Seeräuberkrieg gegen alles, was christlich war. Dies waren vor allem europäische Kauffahrteischiffe. Sie wurden aufgebracht, ausge- plündert und geraubt. Die überlebende Besatzung wurde zum Teil auf nordafrika- nischen Sklavenmärkten verkauft und oft gezwungen, zum Islam überzutreten. Andere wurden auf den Raubschiffen als Ruderer angeschmiedet, bis sie sich mit Geld loskaufen konnten. Loskauf war für viele die einzige Möglichkeit, freizukom- men. Da Dänemark und Schleswig-Holstein mit ihrer großen Flotte einen lebhaften Orienthandel betrieben, wurden viele Landsleute im Mittelmeer gefangen. Um sie freikaufen zu können, richtete der König in Kopenhagen die „Sklavenkasse zum Freikauf gefangener Seeleute“. In Kirchen wurden Sammlungen veranstaltet. Für Schiffer, Steuer- und Bootsleute erließ der dänische König die sogenannte Türkensteuer. In den Küstenorten entstanden Türkengilden, die zum Freikauf der Gefangenen beitragen und den wirtschaftlichen Verlust von Schiff und Ladung mindern helfen wollten; denn letzteres führte oft zur Verarmung von Familien der Betroffenen. Als Folge der Türkenfurcht, vielleicht auch des Türkenhasses, entstanden Lustbarkeiten wie das Türkenstechen, Türkenfahren oder Türkentrecken.

Erst 1830 hatte die Seeräuberei im Mittelmeer ein Ende. ( H.Behrendsen - Heimat- blätter des Kreises Eckernförde 6.5.33 und Nagel - SB 18.2.38 - dort weitere Quellenangaben)

In Folgenden sage ich einiges über die Geschichte Kappelns in der Zeit, in der die Gründung der Gilde vermutet wird. Schwerpunktmäßig geht es um die Jahre 1666 und 67 und um die Person des Detlef von Rumohr.

II. Aus der Situation in Kappeln
um die Mitte des 17. Jahrhunderts

Im Jahr 1667 verließen 64 Familien Kappeln und siedelten sich auf Arnis an. Als Grund dafür wird des Verhalten des Detlef von Rumohr angegeben. Das Gut Röst übernahm er 1666 von seiner Mutter Ida, weil er als erbberechtigte Sohn „bis dahin wahrscheinlich in dänischen Militärdiensten gestanden“ hat. In der Kappelner Kirchenchronik heißt es: „An militärischen Gehorsam gewöhnt, beschied er Anfang Februar 1666 die Einwohner von Kappeln und forderte sie auf zum Homagial- eid.“ (aaO S.70f). Der Homagialeid ist der Treueeid der Bischöfe und Äbte gegen- über ihrem Lehnsherrn, dem König und der allgemeine Ergebenheitseid gegenüber dem Landesherrn (Hauck, theologisches Fremdwörterbuch, Göttingen 1959). Daraus das Recht abgeleitet, Solchen Eid haben dann offensichtlich Ritter und Gutsherren von den Menschen in ihrem Lebensbereich widerrechtlich gefordert. Der Widerstand der Kappelner Bürgern gegen den von Rumohr geforderten Eid bestand damit zu Recht und fand die Unterstützung von Bischof, Herzog und König.

Für die Gründung der Junge-Leute-Gilde ist dies zum Einen wichtig, weil es etwas aussagt über die Anwesenheit in Kappeln von Detlef Rumohr zu der Zeit. Zum Anderen lässt eine enge zeitliche Nähe einer möglichen türkischen Gefangenschaft zum Zeitpunkt der Eidesforderung letztere kaum denkbar erscheinen, den: erst wird Rumohr mit Gold in der Türkei aus Gefängnis oder Gefangenschaft freigekauft und nach Hause geholt - und gleich anschließend will er die die ihn freigekauft haben, zu Leibeigenen und damit Gefangenen machen? Wir müssen der Sache genauer nachgehen.

1. Die türkische Gefangenschaft des Detlef von Rumohr: Ein Mythos?

Peter Callsen schreibt in der Monatsschrift „Die Heimat“ 1920: „Man feiert (die Gilde) zur Erinnerung an die glückliche Heimkehr des Lehnsherrn von Kappeln, Detlef von Rumohr auf Roest, der sich zur Zeit der Türkenkriege -Ende des 17. Jahrhunderts- in schwerer türkischer Gefangenschaft befand und aus dieser von Kappelner Schiffern befreit wurde. Die Kappelner brachten ihn auf ihrem Schiff glücklich zurück, und aus dieser Veranlassung ist die ‘Türkengilde‘ später begründet.“

Zurückhaltender äußert sich Dr. Nagel 1937: „nach mündlicher Überlieferung soll (die Gilde) aus Anlass der Befreiung aus türkischer Gefangenschaft entstanden sein.“ (Loseblatt von 12/1937: J. Nagel: Die Türkengilde zu Kappeln). In der Sonderausgabe des Schleiboten zur Großen Gilde 1938 sagt er das Gleiche, fügt aber allerhand über die Türkenkriege und deren Gefangenen an, sodass der Eindruck entsteht: Rumohr war tatsächlich in der Türkei gefangen (SB vom 18.2.38 - Sonderausgabe zur Türkengilde). Die Veröffentlichungen von Callsen und Nagel haben offensichtlich zur Folge gehabt, dass andere dies als erwiesen und wahr übernahmen.

Ein Dr. Witt schrieb zum Beispiel im Schleiboten 1938 (21.2.38) über die Gilde: „Das eigenartige Volksfest verdankt seine Entstehung der glücklichen Rückkehr des Edelmannes… aus den Türkenkriegen“.

Bürgin im Kappelner Heimatspiel, das 1951 erstmals aufgeführt wurde, verlegt in dichterischer Freiheit Namen und Ereignisse für das Spiel aus unterschiedlichen Zeiten zusammen. So war der im Spiel für 1667 genannte Kappelner Pastor von Hoven schon 1565 unter Androhung von Gewalt durch Asmus Rumohr vertrieben. Im 4. Akt des Schauspiels nennt Bürgin die Namen von den zwei Schiffern, die Rumohr aus der Türkei abgeholt haben, nämlich Jan Gehrt und Hans Thies. Gegen Ende des Spiels kommen sie, nachdem die Auseinandersetzungen um den Auszug nach Amis lange vorbei sind, mit Rumohr wohlbehalten in Kappeln an.

Diese dichterische Freiheit seines Lehrerkollegen Bürgin ging Dr. Nagel offenbar zu weit. Er schließt zwar eine Gefangenschaft Rumohrs in der Türkei nicht ausschließt, schreibt aber (SB 2.2.1952): „Daß Kappler Schiffer bei seiner Rückkehr aus der Türkei, ob als erlöster Gefangener oder nicht, irgendeine Rolle gespielt haben, davon ist nirgends die Rede. Es ist kaum anzunehmen, wenn man an die Ereignisse von 1667 und vorher denkt“. Über die Gildegründung schreibt Nagel (SB 1952 s.o. - 1954 Datum unbekannt) „Es soll angeblich geschehen sein aus Anlaß der Befreiung Detlefs von Rumohr aus türkischer Gefangenschaft vor bald 300 Jahren. Doch das ist ein Mythos, wenn auch ein schöner“ und: „Es muß dabei bleiben, daß Detlef v. Rumohr zu der Gründung der Türkengilde wohl keine Beziehung gehabt hat“. Nagel ist von seiner früheren Meinung, dass die Gefangenschaft wirklich stattgefunden haben könnte, später abgerückt. Darum ist es nicht zu verstehen, dass nachfolgende Veröffentlichungen noch von dieser Gefangenschaft sprechen, ja sogar noch fleißig hinzudichten.

Johannes Junge etwa schreibt in einem Beitrag des Heimatbundes 1985, dass mit Rumohr in der Türkei auch sein Stalljunge gefangen war. Den schickte Rumohr nach Kappeln, um das vom Sultan verlangte Lösegeld zu beschaffen. Zwei junge Seefahrer hätten dann versehen mit einem Beutel Gold, ihn von Konstantinopel abgeholt. (Zentralstelle für Landeskunde vom SHHB - 1985)

Brix in seinem Buch „Kappeln, Stadt an der Schlei“ schreibt 1971: „Detlef bereiste schon in jungen Jahren England, Frankreich, Italien und die Türkei, trat dann in venetianische Dienste und geriet bei Kämpfen auf Candia, dem heutigen Kreta, in türkische Kriegsgefangenschaft. 1666 wurde er von Kappler Bürgern, die dem Sultan durch die Schiffer Hans Thiess und Jan Gerth einen Beutel Goldes nach Konstantinopel übersandten, aus der Gefangenschaft befreit.“

Da haben wir nun die verschiedenen Theorien vermischt mit Bürgins Heimatspiel in dichterischer Freiheit zusammengefasst als Wahrheit: Die Gefangenschaft hat stattgefunden, wir wissen wo, wir kennen den Preis für die Auslösung und auch die Namen der Schiffer, die ihn befreit haben. Was davon ist denn nun historisch wahr?

2. Die türkische Gefangenschaft des Detlef von Rumohr: Wirklichkeit?

Mit vier Argumenten will ich zunächst auf die Frage eingehen, ob Rumohr in der Türkei gefangen und von dort durch Kappelner Schiffer ausgelöst wurde.
a) Hier in der Kirche befindet sich das (Grabmal des Detlef von Rumohr mit einer Tafel über dessen Lebenslauf Diese sagt über einen Türkeiaufenthalt nur, dass der junge Rumohr vor seinem Kriegsdienst als Reisender an der ottomanischen Pforte, also Konstantinopel war.
b) Die Kappelner Bürger waren nicht reich. Es war für manche Aussiedler nach Arnis schwierig, den gebotenen einen Schilling Lösegeld aufzubringen. Es ist unvorstellbar, wie sie einen ganzen Beutel voll Gold hätten zusammenbringen können.
c) Der Seeweg für zwei Schiffer aus Kappeln hätte unter Segel durch Kattegatt, Nordsee, Biskaya, die Enge von Gibraltar und das seeräubergefährdete Mittelmeer bis nach Konstantinopel und zurück führen müssen. Im Jahrbuch des Heimatvereins 1992 (Handel und Schifffahrt auf der Schlei) schreibt Johannes Petersen: „Die Gefangennahme von Rumohrs zeigt, daß auch aus der Schlei damals Schiffer die Reisen ins Mittelmeer wagten“( aaO S. 108). Ich dagegen meine, dass für die Hin- und Rückreise ein sehr großen Zeitrahmen gebraucht wurde und die Sache außerordentlich gefährlich war mit einem Handelsschiff und nur zwei Schiffern; es wären starke wehrhafte Besatzung oder Kriegsschiffe nötig gewesen. Für undenkbar halte ich auch den Landweg zu Pferde mit Gold im Gepäck angesichts all der Zollstellen und Wegelagerer.
d) In den maßgebenden Überlieferungen ist von der Gefangenschaft und Befreiung aus der Türkei nicht die Rede. Das Grabmal hier, das alle wesentlichen Ereignisse seines Lebens nennt, sagt nichts darüber.

Scholz in seiner Schrift von 1835 „ Ueber die Ansiedlung auf Amis im Jahre 1667“ erwähnt zwar oft Detlef von Rumohr, aber nichts über eine Rückkehr aus der Türkei. Auch Scharf in seinem Buch von 1838 „Beschreibung und Geschichte der Insel und des Fleckens Amis“ sagt nichts dergleichen. Die Chronik der Kirchenge- meinde Kappeln erwähnt nichts davon, und auch Jensen in seinem Buch „Angeln“ hat dazu nichts geschrieben. Nach Auskunft des Herrn Cay Asmus von Rumohr auf Drült gibt es im Landesarchiv nichts, das auf einen Türkeiaufenthalt oder eine Gefangenschaft dort hinweist.

Hätten diese wirklich stattgefunden, dann wären sie wenigstens in einem Teil dieser Literatur erwähnt worden. In verschiedenen Veröffentlichungen kommt Fritz-Werner Dehncke daher zu dem Ergebnis (z.B. aaO (2) S.21): Die Aussage über eine türkische Gefangenschaft des Detlef von Rumohr und über seine Auslösung durch Kappelner Schiffer ist ein Mythos - kein historisches Ereignis. Dieser Meinung schließe ich mich an. Darum:

3. Die Entwicklung zum Mythos

Wie ich aufzeigte, herrschte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine große Unsicherheit bei Reisen ins Mittelmeer. Mit dem Begriff „Türken“ verbanden sich Vorstellungen von Gewalt, Gefangennahme, Glaubenszwang, Verschleppung und anderem. Im Laufe der Geschichte bildeten sich um diesbezügliche Berichte oft Geschichten, Märchen oder Mythen. Dass solche auch hier entstanden und auf Detlef von Rumohr bezogen wurden, wird verschiedene Gründe gehabt haben. Einen sehe ich in dem schon genannten Grabmal hier. Es enthält nach der Aufzählung der Verdienste Rumohrs und der Berufung zum Generalmajor durch König Christian V. von Dänemark den Satz: „in welcher Qualitet er dann die eine Attaq. vor Malmoe gefasset, nachgehends aber in der Schlacht am Ronneberge, nachdem sein Pferd unter ihm erschossen gefangen, nach geschehener Auslösung und Eroberung der Insel Rügen Detlef von Rumohr ist in einer Schlacht zwischen Dänen und Schweden etwa im Jahr 1677, nachdem sein Pferd unter ihm erschos- sen war, gefangen und dann durch die Dänen ausgelöst worden. Da das Verhältnis zwischen den Kapplern und den Roester Gutsherren „bald nach 1667 und in allen folgenden Jahren. ...im allgemeinen durchaus freundlich war“ (Nagel, SB 2.2.1952) lag es nahe, aus den wenigen Angaben im Epitaph (Erinnerungsmal) eine Helden- geschichte zu machen und mit anderen Überlieferungen zu verbinden. Zusammen mit Berichten über Gefangennahmen durch Türken und Auslösungen mit viel Geld kann es so zu dem beschriebenen Mythos gekommen sein.

III. Die Entstehung der Junge-Leute-Gilde

1. Was besagt der Mythos?

Zum Mythos gehören symbolträchtige Aussagen; durch sie bekommt der Mythos Bedeutung für die, denen er begegnet, er kann weitergegeben und überliefert werden; mit anderen Worten: er begründet eine Tradition. Drei solcher Aussagen im Mythos um die Befreiung des Detlef von Rumohr halte ich für bedenkenswert:
a) Der Mythos sagt: Detlef von Rumohr, der sich für den Herren des Ortes Kappeln und damit verantwortlich für die Einwohner hielt, sie möglicherweise sogar als seinen Besitz betrachtete, ist fern der Heimat gefangen. Dies kann bedeuten: Auch der, von dem wir abhängig sind, der hier Macht hat, auch über uns Macht hat, ist ohnmächtig, wenn ein Stärkerer kommt. Er ist ein Mensch, kein Gott. Es gibt keinen Grund, ihn zu fürchten. Wir sind ebenso Mensch wie er, haben die gleiche Menschenwürde.
b) Der Mythos sagt: Kappelner Schiffer machen sich mit Gold auf den Weg, um ihn freizukaufen. Dies kann bedeuten: Bei allen überlieferten Auseinandersetzungen der Kappler mit den Röster Herren und zuletzt mit Detlef Rumohr waren die Kappelner bereit, für die Röster einzutreten und unter Einsatz vom Leben zweier Kappelner Schiffer und von Mitteln wie Gold und Schiff sogar dem umstrittenen Detlef beizustehen und ihm zu helfen. Da die Röster für die Kappelner zur damaligen Zeit die Obrigkeit waren, zeigt der Mythos der Rettungsaktion die Loyalität gegenüber ihrer Obrigkeit und gleichzeitig die Bereitschaft, niemanden - ob geliebt oder nicht geliebt, in der Not alleine zu lassen.
c) Der Mythos sagt: Die Kappler begrüßten die Rückkehr des Detlef von Rumohr. Dies kann bedeuten: Da die Obrigkeit Röst -ob berechtigt oder nicht- die Gerichtsbarkeit hatte und entsprechend hier für Ordnung sorgte -und die scheint recht streng gewesen zu sein- zeigten sich die Kappelner bereit, Ordnung, Sitte und Anstand in dem von der Obrigkeit Röst geforderten Maß einzuhalten- sonst hätten sie den Röster im Mythos nicht zurückgeholt, sondern ihn in der Türkei gelassen.

Ich möchte noch hinzufügen: es widerspricht dem Wesen eines Mythos, aus einem Bösen einen Guten zu machen. Die Symbolfiguren sind entweder böse oder gut. Der Mythos beschreibt Detlef von Rumohr nicht als Bösen. Dies sagt mir, dass manche Überlieferung, ihn wohl als hart oder machtgierig bezeichnen mögen. Aber für die Kappelner der damaligen Zeit ist er der Herr gewesen, der geachtet wurde, der es wert war, gerettet zu werden und dessen Ordnungen als hilfreich für das Leben angesehen wurden. Die Kappler, das zeigt die Überlieferung, waren keine Menschen, die sich brutaler Macht einfach beugten, sie setzten ihre Kraft dagegen. Wo Rumohr zu weit ging, haben sie gemeinsam es ihn spüren lassen und sich gewehrt. Insgesamt war aber wohl die Beziehung zwischen den Röstern und den Kappelner Bürgern freundlich.

2. Die zeitliche Einordnung der Gründung

Aus den dargelegten Gründen wird verständlich, dass eine bereits existierende Gilde sich solche Überlieferung zu eigen machte, ihrem Namen damit verband und den Mythos pflegte, und die darin beschriebenen guten Handlungsweisen, Werte und Ziele als verpflichtend übernahm und auf zeitgemäße Weise ins Altagsleben übertrug. Dazu gehörte auch das Einsetzen von Ordnungen und die Gestaltung von Festen und Feiern. Schwierig, vielleicht unmöglich ist es, eine Antwort auf die Frage zu finden, wann die erste Vorgänger-Gilde entstand und wie sie sich nannte, wann sie zur Junggesellen-Gesellschaft wurde, und wann genau die Namen Junge-Leute-Gilde und Türkengilde entstanden sind.

Nun hat sich in neuerer Zeit wohl niemand so intensiv mit der Türkengilde befasst wie Dr. Jakob Nagel. In einem Artikel mit der Überschrift „Die Entstehung der Türkengilde“ schreibt er (2.2.1952): „So wissen wir nichts Bestimmtes darüber, wie die Gilde entstand und wie alt sie ist“. Sicher ist Nagel, dass sie nicht, wie in den Gildeartikel von 1803 gesagt, „1722 errichtet“, sondern „schon 1722 vorhanden war“; denn die damals aufgestellten Gildeordnungen und die in der Gildelade vorhandenen Gegenstände deuteten darauf hin, dass die Gildegründung weiter zurückliegt Nagel geht davon aus, „dass die Gründung der Gilde bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückgehen mag“. Er kommt dann zu dem Ergebnis, dass Detlef von Rumohr mit der Gildegründung nichts zu tun gehabt hat, denn der hat ja 1666 erst sein Erbe angetreten.

Mir sind mir zwei unterschiedliche Angaben im Blick auf die Gildegründung begegnet. Die eine steht in der Präambel der überarbeiteten Gilde-Satzung von 1965. Da heißt es: „gegründet 1704“. Woher diese Jahreszahl stammt, habe ich nicht herausfinden können, Gildebücher lagen mir nicht vor. Ich vermute, dass sie willkürlich festgelegt ist.

Die zweite Gründungsangabe steht in einem Brief, den der damalige königliche Finanzrat und Kappelner Fleckenvogt Gardhausen (1.9.)1835 an das Amtshaus vor Gottorf schickte. In diesem Schreiben steht der Satz: „Besagte Junggesellen-Gilde ist sehr alt und soll der Sage nach schon vor der Reformation entstanden sein. Im Jahre 1722 wurden ihre Artikel verfaßt“. Mehr weiß auch Gardhausen nicht als: sehr alt, entstanden vielleicht schon vor der Einführung der Reformation - die hier etwa 1533 abgeschlossen war. So weit möchte ich mit den Anfängen der Türken- gilde nicht gehen, denn immerhin hat es Gilden ja schon im 11. Jahrhundert gegeben. So bleibt die Frage, wann die Gilde gegründet ist. Mit einem Exkurs will ich dazu etwas sagen:

3. Exkurs

Es gibt in unserer Zeit den Trend, dass Städte, Gemeinden und Institutionen nach ihrer Entstehung fragen. Ist kein Entstehungsjahr auszumachen, dann wird eines festgesetzt, das dem Ursprung möglichst nahe kommt. Wir könnten beispielsweise in Kappeln schon lange Stadtjubiläum gefeiert haben. Denn die erste Besiedlung hier war möglicherweise zur Wikingerzeit, bald nach Ansgar (der starb 865). Dehncke setzt den ersten Kapellenbau hier um 1100 an - und um die Kapelle herum siedelten sich sehr schnell Menschen an. Würde beschlossen, zu Weihnach- ten 2000 eine 900-Jahr-Feier des Ortes oder der Besiedlung zu begehen- wir hielten es wohl für richtig. Würde festgesetzt: wir feiern im Jahre 2005 ein 900-Jahr-Jubiläum- wir fänden es richtig, denn von da an hätten wir ein Datum und könnten es feiern, und das tät uns allen gut. (Ich richte dies auch als versteckte Aufforderung an unsere Stadtvertretung!). Ich habe diesen Exkurs gemacht, um zu zeigen: Da wir kein festes Gründungsjahr der Gilde wissen, es wohl auch nicht mehr herausfinden können, wäre es sinnvoll, ein Datum festzulegen, das größt- mögliche Übereinstimmung findet. Es wäre dabei die Geschichte der Gilde und der Mythos ihrer Begründung sowie die Geschichte des Ortes zu bedenken. Darum ist es durchaus angebracht, in diesem symbolischen Jahr 2000 die ebenfalls symbol- ische Zahl 333 zu nehmen, da sie zurückgerechnet ein für unsere Stadt sehr wichtiges geschichtliches Datum angibt, nämlich 1667. Mit welcher Überlegung auch immer die Gilde auf dieses 333-Jahre-Jubiläum gekommen ist, ich meine, dass die Begründung - etwa im genannten Sinn nachgeschoben und im Gildebuch vermerkt werden kann. Dann steht es fest: wir wollen gegründet sein im Jahr 1667. Und das gilt dann auch für die folgenden Generationen.

4. Die satzungsgemäßen Ziele der Gilde - kritisch gesehen

Anfangs habe ich einiges gesagt über Sinn und Ziele der verschiedenen Gilden ich wiederhole kurz: sie wollten Sitte, Brauchtum und Ordnung pflegen; nahmen Gruppeninteressen wahr, stärkten sich gegenseitig, hatten verschiedene Schutz- funktionen, sorgten für Schwache, Kranke, Bedürftige und noch mehr. Bei dem allen war Geselligkeit und damit die Pflege des Zusammenhaltes sehr wichtig. Einige entwickelten sich zu besonderen Schiffer-, Toten-, Brand- oder anderen Schutzgilden, jeweils in ihrer Tradition mit eigener Sinngebung und Zielsetzung.

Jakob Nagel klagte 1950 (SB ohne Datum): „Ihren ursprünglichen Sinn und ihre frühere Bedeutung hat die Gilde schon lange verloren“. Diesen Sinn neu zu suchen und zu formulieren ist eine für die heutige Gilde und ihre Zukunft sehr wichtige Arbeit, der sich die Gilde nicht entziehen dürfte. Es ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, daraufhin die Gildeartikel bzw. Satzung der verschiedenen Ausgaben von 1722 bis 1965 miteinander zu vergleichen. Dies erfordert einen weiteren Aufsatz.“

Die Gildeordnung hatte sich später als nicht mehr ausreichend gezeigt. In der Überarbeitung der alten Satzung von 1722 wurde der 1. Artikel 1803 folgender- maßen formuliert: „Da diese Gesellschaft nicht den unseren geselligen Freuden, Genuß des Lebens, sondern vorzüglich den thätigen Beistand an nothleidenden Mitgliedern unserer Gesellschaft zum Gegenstand hat und solchen gewidmet ist...“

Das war also noch 1803 erstes Ziel der Gilde: Hilfe und Beistand in Not. Und erst danach kam alles andere: Ordnungen für Fest, Feier, und Schießen - (die Türken- gilden waren früher oft auch Schützengilden - die Schiffer lernten so zu ihrer und ihrer Schiffe Verteidigung mit der Waffe umzugehen.) In den 40 Artikeln von 1803 schimmert zweierlei immer wieder durch:

Das Eine: Wehe, wenn die Ordnung nicht eingehalten wird, wenn Unsitte, Sauferei und Ungezogenheiten überhand nehmen. Und das andere: Wer gegen die Ordnung verstößt, muss das Selbstverständliche tun, nämlich Notleidenden durch ein Straf- geld helfen. Zusammengefaßt: Ordnung ist zwingend, Nothilfe bleibt oberstes Ziel.

Die jetzt „Satzungen“ genannte Gildeordnung von 1965 betont mehrfach die Verpflichtung zur Bewahrung der Tradition. In der Präambel wird das frühere Ziel, die Nothilfe, nur nebenbei erwähnt: „Die Gilde hat sich zur Aufgabe gestellt die jungen Leute innerhalb ihrer Reihen zu Zucht und Ordnung anzuhalten und in dringenden Notfallen zu unterstützen.“ In Artikel vier heißt es vom 1. Ältermann: „Vor allem ist er verantwortlich dafür, dass bei allen Versammlungen und Veran- staltungen die mündlich überlieferten Sitten und Gebräuche gewahrt bleiben. In besonderen Fällen (Notstand einzelner Gildebrüder usw.) berät er gemeinsam... trifft aber allein die Entscheidung.“ Damit steht ein „besonderer Fall“ über dem Notfall, und das hohe traditionelle Gildeziel der wirklichen Nothilfe wird zur Neben- sächlichkeit. Keine Hilfe mehr auf Gegenseitigkeit. Von der Höhe der Strafgelder, deren Erreichung zu einer Art Gildesport geworden zu sein scheint, liest die Öffentlichkeit dann im Schleiboten wie in diesem Frühjahr: 297 Mark für die DGzRS. Die Rettungsgesellschaft ist in der Tat höchst unterstützungswürdig; aber ist es Gildeziel heute, auf diese Weise Nothilfe zu leisten?

Hinter den genannten Entwicklungen sehe ich eine unbewusste Anpassung der alten Gildetradition an den Zeitgeist, um nicht hinter anderen Vereinigungen, Clubs und Klicken zurückstehen zu müssen. Die persönliche und die Gruppenverantwortung für Notleidende im Sinne der alten Satzungen scheint aufgegeben zu sein zugun- sten des Verschenkens von Strafgeldern. Und noch ein Beispiel für das Übergehen von Traditionen:

Die ursprüngliche Zeit für die Große Gilde oder für das Gildefest war kurz vor dem Zeitraum, in dem die Schiffer nach Winter und Eisgang wieder zur See fuhren. Sie brauchten die Gemeinschaft der Gildebrüder, um mit Mut und Hoffnung zu reisen. Die jungen Schiffer wollten auch wissen, ob eine junge Frau auf sie wartete. Die Gilde hatte darum den wichtigen Zweck, Paare zusammenzuführen. Die Tradition der Jungfernkammer zeigt dies. Ein genaues Bedenken der Überlieferung, das die Satzung ja fordert, hätte in diesem Jahr wohl nicht zu zwei Feiern, eine im Februar, eine jetzt geführt.

5. Ausblick

Es spricht wenig dagegen, dass alte Statuten eine zeitgemäße Änderung erfahren. Wenn aber eine Satzung, die zur Tradition verpflichtet geändert wird, dann muss dabei die Tradition in dem, was sie will unversehrt bleiben. Dazu gehört, dass die Ordnungen und Strukturen Bestand haben, solange sie das Leben der Gilde nicht behindern. Bestand haben heißt, sie müssen in Kraft sein und nicht nur auf dem Papier stehen. Manche Presseartikel der letzten Jahre stimmen mich nachdenklich. Wenn vom „pubertären Kindergarten“ die Rede ist, und von der Hilflosigkeit der Ältermänner bei Versammlungen, wo sie nach der alten Satzung Polizeigewalt haben; wenn in der Zeitung steht: „Anstand und Respekt dürfen nicht gänzlich auf der Strecke bleiben“; wenn gar ein älterer Gildebruder zur Ordnung rufen muss - dann ist es an der Zeit, von Grund auf Sinn, Ziel und Wesen der Junge-Leute-Gilde zu Kappeln neu zu erarbeiten. Es ist mit Nachdruck die Frage zu stellen: was wollte die Gilde ursprünglich, was könnte sie heute wollen und was wollen die Gildebrüder in und mit ihrer Gilde.

Zu der Frage: „was könnte die Gilde heute wollen“, will ich drei praktische Anregungen für die Diskussion machen:

1. Die Gilde könnte eigene Leute einsetzen, die an den angesprochenen Fragebe- reichen arbeiten und zu Fachleuten darin werden; und ich denke, mit der Bestellung eines Archivars ist dazu schon der Anfang gemacht worden. Es geht dabei um intensive Forschung, Erarbeitung und nachfolgende Beratung in Vorstand und Versammlung.

2. Es ist sinnvoll, auch über die Frage der traditionellen Nothilfe zu beraten. Im Zeitalter der Versicherungen wäre es denkbar, für jedes Mitglied eine Unfall-, Sterbe- oder Lebensversicherung abzuschließen. Sie könnte der Gilde zugute kommen, wenn ein Mitglied freiwillig ausscheidet. Eine Notkasse nach zeitgemäßen Kriterien könnte angelegt, eventuell in der Höhe begrenzt und ein unterstützungswürdiges Projekt bestimmt werde. Auf jeden Fall ist nachzudenken darüber, was die traditionelle Nothilfe im Jahr 2000 für die Gilde bedeuten kann,

3. Über den Stil des Zusammenseins bei den verschiedenen Veranstaltungen muss geredet werden: Ist die Gilde eine ernsthafte Sache oder ein Juxverein? Wenn sie letzteres ist, dann sollte sie einen anderen Namen haben. Denn die Türken- oder Junge-Leute-Gilde ist für Kappeln zu wichtig und zu ernsthaft, als dass darüber gelacht werden dürfte. Sie hat eine gute Tradition und hat viel Gutes getan. Sie hat sich in Notzeiten bewährt und in politisch brisanten Zeiten klug verhalten. Sie hat den Einfluss oder die Mitgliedschaft Radikaler in ihrer Mitte verhindert, sie hat trotz ihres Namens in ihrer Geschichte meines Wissens nie zu Völkerhass oder Rassismus tendiert.

Die „große Gilde“ nach 62 Jahren Gildepause bietet im Jahr 2000 die Möglichkeit -und sie sollte sie nutzen- für die Zukunft Impulse zu geben und Leitlinien zu erarbeiten, damit die Junge-Leute-Gilde zu Kappeln in Kappeln Zukunft und Ansehen hat. Und wir anderen, die wir auch in Kappeln, unserer lieben kleinen Stadt zuhause sind, wir hätten dann wieder mehr Grund zu rufen: Die Junge-Leute-Gilde zu Kappeln, sie lebe hoch!


Literatur-Verzeichnis

Chronik der Kirchengemeinde Kappeln

J. F. Scholz
Ueber die Ansiedlung auf Arnis im Jahre 1667-1835

Chr. Scharf von 1838
Beschreibung der Geschichte der Insel und des Flecken Arnis

K. P. Brix von 1971
Kappeln, Stadt an der Schlei

H. N. A. Jessen Neudruck 1974
Angeln

E. Pankalla ca. 1975
Kappeln, Idyll an der Schlei

O. Brandt von 1981
Geschichte in Schleswig-Holstein

F. W. Dehncke 1984 & 1997
Kappeln an der Schlei
Stadt an Schlei und Ostsee

Tageszeitung "Schlei-Bote"
diverse Artikel